StartseiteTipps,Tricks & VideosEntstehung Nagelmodellage

Die Entstehung der Nagelmodellage

Viele meinen, Kunstnägel sind eine Modeerscheinung des 21. Jahrhunderts. Dabei begann die Zeitgeschichte der
Nagelverlängerung bereits vor mehr als 3500 Jahren.

Damals ließen sich im alten Ägypten die Pharaonen Ringe an die Finger stecken, die mit Metallhülsen versehen waren und somit wurde eine Nagelverlängerung erreicht. Die Füsse, Hände und Fingernägel wurden mit gemischten Naturfarben bemalt. Durch archäologische Funde kann man beweisen, das sie ihre Manikürutensilien in geschmückte, luxuriöse Schatullen verbargen. Im 14. Jahrhundert war es dann fast ein Muss, das Spanierinnen, wenn sie edel erscheinen wollten, aufpolierte, mindestens 20 cm lange Fingernägel trugen.

Auch Cleopatra verlängerte ihre Nägel mit einer klebrigen Flüssigkeit und einem Porzellanpulver.
1268-1644 zur Zeit der Ming-Dynastie waren es die Herren der adligen Gesellschaft die ihre Nägel verstärkten. Hierzu
benutzen sie Seide, Reispapier oder Porzellanpulver und auch heute noch kann man die Nagelverlängerungen der
Tempeltänzerinnen aus dem alten Thailand bewundern. Vom ersten richtigen Mode-Bewusstsein im Bereich Fingernägel wird das 17. Jahrhundert angegeben.

Kurze, mandelförmige Nägel trugen die Damen der exclusiven Gesellschaft dann um die Jahrhundertwende. Hier benutzte man parfümiertes rotes Öl und kleine Lederläppchen um die Nägel auf Hochglanz zu polieren.

Mit allerlei Gerätschaften wie Säure und Scheren z.b. versuchten die Menschen die unschöne Nagelhaut von ihren
Nägeln zu entfernen, was den Arzt Dr. Sitts im Jahre 1830 dazu inspirierte seine Nagelhaut mit einem Orangenholzstäbchen zurück zuschieben. Da dieses Verfahren weitaus schonender war, wurden schnell diese Holzstäbchen ein beliebtes Manikürutensiel.

1917 eröffnete in New York der erste Manikürsalon für Frauen. Auch wenn diese Art von Salon heute wenig mit dem
Nagelstudio zu vergleichen ist, so war diese Geschäftsidee der Miss Frederick, die unter dem Motto lief:
"Für Frauen, die nicht geneigt sind ihre Nägel zu Hause zu machen", die Vorstufe unserer heutigen Fingernagelstudios.

Ungefähr mitte der 50er Jahre passierte etwas im Bereich der langen Nägel, was man heute bestimmt nicht mehr
als ästhetisch oder hygienisch bezeichnen würde. Gegen ein kleines Entgelt schnitt man Obdachlosen, Farbigen und Süchtigen die Naturnägel ab und klebte sie den feinen Damen an die eigenen Nägel. Der Nachteil war natürlich das es nicht so besonders lange hielt.

Es musste eine neue Lösung gesucht werden, was wiederherum zu der Idee führte die natürlichen Nägel, nach dem 2. Weltkrieg, durch Kunststoffe zu ersetzen. Was natürlich auch viel hygienischer war. Diese Technik bekam den Namen Full-Size-Technik, die vorgefertigten Kunstnägel wurden mit Kleber oder klebenden Pads auf den ganzen Nagel aufgeklebt. Der Vorteil lag darin, das die Anschaffungskosten gering waren, der Nachteil das diese Methode nur eine geringe Haltbarkeit hatte. Außerdem trocknete der Kleber die Naturnägel enorm aus und die Gefahr von Mykosen (Pilzbefall) war sehr erhöht, da Hohlräume zwischen Naturnagel und Tip unvermeidbar sind.

Diese Technik wurde dann bis zum heutigen Tage immer mehr verfeinert und ausgebaut. Das Wrapsystem entstand z.b. weil Visagisten mit Teebeutelvliesen und Kleber die Nägel zu verstärkten suchten. Heute werden hierzu natürlich andere Stoffe wie z.b. Seide-, Fiberglas oder Leinen genutzt, dieses System wurde aber immer mehr vom Markt gedrängt und ein Wrap-System wird heute meistens nur noch zur Reparatur von Naturnägeln verwendet.

Weitere Methoden wurden die Spray-on und Kleber Technik. Bei der Spray on Methode sind die Nägel sehr starr und wegen des grobkörnigen Arcylpulvers meist von trüber Optik, was diesen Nägeln die Natürlichkeit nimmt. Die Kebertechnik wird heute gerne von Kunden zur kleinen Reparatur im Urlaub genutzt. Trotz der leichten Handhabung dieser Arbeitstechnik hat auch sie sich nicht so richtig durchgesetzt, da der Kleber den Nagel austrocknet, die Starre des Materials zu schnellen Liftings führt und der Kunstnagel sehr anfällig gegen Lösungsmittel ist.

Der Dentist Henry Lee legte dann den Grundstein für die heutige Nagelmodellage, denn er kannte das Fingernagelproblem und das die Haltbarkeit der angebotenen Materialien nicht von Dauer war.
Er verarbeitete aus der Zahntechnik verwandte Arcylate und gründete die Firma Lee-Nails. Mit dieser Methode
der Pulver-Flüssigkeitstechnik arbeiteten in den 70 Jahren die ersten Nagelstudios in America. Der Name Naildesign stammt aus dieser Zeit und hat sich bei uns im Laufe der Jahre dann "eingedeutscht". Arcylnägel waren sehr stabil, sahen echt aus und fühlten sich auch an wie eigene Nägel. Gerade in den Jahren 76-77 kamen dann die eckigen, auch amerikanischen Nagelform genannten Nägel, sehr in Mode. Bis ca. 1978 wurden künstliche Nägel sehr lang und hauptsächlich von der Highsociety getragen.

Bis in die 80er Jahre hinein war diese Arcyl und Wrap Technik die einzige Technik mit der die Studios arbeiteten, aber der Fortschritt stand ja nicht still. das erste lichthärtende Gel kam 1984 auf Markt und verdrängte für einige Zeit die Arcyltechnik erheblich. Allerdings sind wir da heute wieder auf dem anderen Wege, heute arbeiten wieder immer mehr Studios mit dem Arcylsystem

Alle Systeme werden bis zum heutigen Tag in unseren Studios verwendet. Jedes Problem bei einer Nagelverstärkung kann damit angegangen werden. Es gibt Menschen bei denen die Geltechnik besser hält oder der Modellist mit der Geltechnik besser klar kommt, bei anderen hält Arcyl besser oder der Modellist kann Arcyl besser verarbeiten. Wrap wird meist nur noch für Reparaturen am Naturnagel eingesetzt. Auch die sogenannten Tips werden heute oft durch die Schablonentechnik ersetzt, da man mit einer Schablone noch naturgetreuer arbeiten kann.

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